75 Jahre Babyn Jar und Kamjanez-Podilskyj

Das Projekt

 

75 Jahre Erinnerung an die Tragödien von Babyn Jar und Kamjanez Podilsky

In diesem Jahr jähren sich die bis 1941 schlimmsten Massaker an der jüdischen Bevölkerung in Babyn Jar und Kamjanez-Podilskyj zum 75. Mal. Die Schlucht von Babyn Jar auf dem Gebiet der ukrainischen Hauptstadt Kiew war 1941 der Schauplatz der größten einzelnen Mordaktion an jüdischen Männern, Frauen und Kindern im Zweiten Weltkrieg. Bereits Ende August 1941 ermordeten die deutschen Invasoren beim Massaker von Kamjanez-Podilskyj, mehr als 23.000 Juden.

Bis zur Einnahme Kiews durch die Rote Armee im November 1943 fanden weitere Massenerschießungen statt, bei denen sowjetische Kriegsgefangene, Partisanen, Sinti und Roma, ukrainische Nationalisten und etliche Zivilisten unterschiedlicher Nationalitäten getötet wurden. Insgesamt betrug die Anzahl der Opfer in Babyn Jar wahrscheinlich weit mehr als 200.000 Menschen.

Motivation

Wer an den Holocaust denkt, hat vor allem den Horror der nationalsozialistischen Vernichtungslager wie Auschwitz-Birkenau, Majdanek oder Treblinka vor Augen. Aber der Massenmord an den Juden durch Erschießungen steht weniger im Fokus. Dabei forderten diese Morde bereits 1941 unzählige Opfer, lange bevor der fabrikmäßige Massenmord die Regel wurde. Alle Gedenkorte verdienen anlässlich des Jahrestages einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht zu werden. Zahlreiche Mitglieder der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf haben bei diesen Massakern Verwandte verloren. Babyn Jar steht dabei stellvertretend für hunderte von Orten an denen 1941 Menschen von deutschen Polizisten, Einsatzgruppen und Sondereinsatzkräften der SS mit ungeheurer Brutalität, krimineller Energie und perfider aber präziser Planung ermordet wurden.


Die Projektpartner

 

Die Jüdische Gemeinde Düsseldorf ist mit 7000 Mitgliedern die drittgrößte Gemeinde in Deutschland und betreibt die Jitzak-Rabin Grundschule, das Albert Einstein Gymnasium, das Nelly Sachs Elternheim und die größte Kindertagesstätte Düsseldorfs. Die jüdischen Kulturtage und sind ebenfalls überregional bekannt. Auch die Erinnerungsarbeit über die Shoa und die Aussöhnung mit Belarus und der Ukraine sind ein wichtiges Anliegen der jüdischen Gemeinden. Die Düsseldorfer Gemeinde ist besonders intensiv mit der Ukraine verbunden.


Partner sind u.a. der Verein Gedankendach in Czernowitz, das Museum für die Geschichte und Kultur der Juden der Bukowina, das Judaistik Institut der staatlichen Mohyla Akademie, das historische Museum der Stadt Kiew und die Mahn- und Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus Düsseldorf.

 

Das Projekt wird vom Auswärtigen Amt und der deutschen Botschaft im Rahmen des „Ausbaus der Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft in den Ländern der Östlichen Partnerschaft und Russland 2016“ gefördert, der Zentralrat der Juden in Deutschland hat die Schirmherrschaft über das Projekt übernommen



Die Reise

 

Eine multikulturell besetzte Gruppe der jüdische reiste auf den Spuren der Opfer und der Täter von Lviv über Czernowitz bis nach Babyn Jar, traf Angehörige von Opfern, Historiker, Menschenrechtler und Journalisten.Vor allem aber trafen sie auf junge Ukrainerinnen und Ukrainer, mit denen ausführlich über die Vergangenheit und die Die Reise wurde gefilmt und mit Interviews und Fotos zusätzlich dokumentiert.

 

Workshop & Dokumentation

Workshop

Vom 12.-14. September 2016 wurde in Düsseldorf, gemeinsam mit der Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus und allen ukrainischen Partnern ein sehr erfolgversprechender Workshop mit zum Thema Erinnerungsarbeit durchgeführt. Ziel aller Beteiligten ist es in Zukunft Projekte einer lebendigen Erinnerungskultur mit pädagogischem und kulturellen Ansätzen gemeinsam zu verwirklichen. 

Ziele

- Deutsche-ukrainische, jüdische nichtjüdische Partner arbeiten zusammen um an die Shoa durch Erschießen in der Ukraine 1941 zu erinnern, und eine Wiederholung zu verhindern.

- Augenzeugen, Überlebenden und ihren Angehörigen in beiden Ländern noch einmal eine Stimme zu verleihen

- mit deutschen und Ukrainischen jungen Menschen die Erinnerungsarbeit zu reflektieren und neue Konzepte für die Zeit in der es keinen Zeitzeugen mehr geben wird zu entwickeln

Zeitzeugen & Interviews

Die Zeitzeugen

Während der Projektes haben wir mit Angehörigen und Zeitzeugen aus einigen Orten an denen die schrecklichen Verbrechen verübt wurden gesprochen, darunter Czernowitz, Dnipropetrovsk, Kamjanez Podilsky, Kharkiv, Kherson, Kiew, Lviv, Rivne und Schitomir. 
Die Geschichten dieser wunderbaren Menschen sind der Motor des Projektes und bilden den Kern der zukünftigen Arbeit gegen das Vergessen. Wir weiteren Menschen die Gelegenheit geben, sich zur Wort zu melden und junge Menschen finden, die diese Geschichten weitererzählen werden.

 

Der aus Kiew stammende Filmemacher Vladimir Georgienko lebt in Düsseldorf und hat schon mehrere Filme zum Thema produziert. Er ist über die intensive Beschäftigung mit Babyn Jar praktisch selbst zum Zeitzeugen geworden